Der Neue Eiserne Mann
Seit 2004 steht diese Skulptur am Johann-Moritz-Kanal – an jenem Ort, an dem Johann Moritz von Nassau-Siegen als Statthalter des brandenburgischen Kurfürsten in Kleve ein „Tropaion“, ein antikes Siegeszeichen, errichten ließ. Das einstige Monument wurde auch Eiserner Mann genannt.
1653 Der Eiserne Mann
Abbildung: Abraham Begheyn - Der Eiserne Mann, um 1690/95
Nach den Wirren des Dreißigjährigen Krieges ließ Johann Moritz am 22.12.1653 dieses Siegeszeichen (Tropaion) errichten. Auf dem hohen Sockel lag ein Mühlstein mit der Inschrift OMNES NATURA JUDICES NON ARTIFICES FECIT (Alle hat die Natur zu Kritikern, nicht zu Künstler gemacht). Darauf wurde auf fünf Kanonenkugeln eine Säule errichtet. Den oberen Abschluss bildete eine weitere Kugel.
Abbildung: Jan van Call - Das Amphitheater nach Süden mit dem kurfürstlichen Springenberg und dem Lustgarten im Tiergarten, 1688-1701 / MKK SAK 187b Sammlung Robert Angerhausen
Auf der oberen Kugel stand die mit einem Streitkolben bewaffnete Figur des Kriegsgottes Mars in der eisernen Prunkrüstung, die der Söldnerführer und Kommandeur der Festung Schenkenschanz Martin Schenk von Nideggen getragen haben soll, als er 1589 in der Waal vor Nijmegen ertrank. Nachdem Johann Moritz 1636 die durch spanische Truppen besetzte Festung Schenkenschanz erobert hatte, war ihm – so Vondel - diese Rüstung geschenkt worden.
Abbildung: Jan de Beijer (Hendrik Spilman) - Blick vom Eltenberg, 1746 / MKK 2024-IX-II Dauerleihgabe des Freundeskreises Museum Kurhaus und Koekkoek-Haus Kleve e.V., Schenkung aus Privatbesitz
Der Eiserne Mann schaut zur Pallas Athene hinüber. Die Skulptur kam 1660 als Geschenk der Stadt Amsterdam nach Kleve. Der bedeutende niederländische Dichter Joost von den Vondel preist sie und den Beschenkten Johann Moritz in seinem Gedicht Op de marmere Pallas Van den doorluchtigsten Vorst en heere Joan Mauritius.
Abbildung: Franz Jakob Rousseau - Ansichten des Klever Tiergartens in die vier Himmelsrichtungen, um 1790 / MKK 1977-12-02 a-d, erworben mit Zuwendung des Landes Nordrhein-Westfalen
Pallas Athene und der Eiserne Mann bildeten einen zentralen Punkt der barocken Gartenanlagen, die Johann Moritz am Amphitheater anlegen ließ. In direkter Nachbarschaft wurde 1742 eine Mineralquelle gefunden. Die Kurgäste von nah und fern promenierten dort unter den Blicken von Pallas Athene und dem Eisernen Mann.
1794 Zerstörung des Eisernen Mannes
Abbildung: Franz Jakob Rousseau - Klever Amphitheater, um 1800
Dieser alte Eiserne Mann in Rüstung wurde bei der Besetzung Kleves durch Truppen Napoleons zerstört. Pallas Athene blieb. Aber sie blieb lange allein.
Heute ist Pallas Athene als Kopie in den Gartenanlagen und original im Museum Kurhaus zu sehen.
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2004 Der Neue Eiserne Mann
Erst zweihundert Jahre später wurde ihr Gegenüber 2004 wieder aufgestellt. Anlass war der 400. Geburtstag des Prinzen Johann Moritz von Nassau-Siegen. Der Neuer Eiserner Mann ist nicht in Rüstung, sondern mit schwarzer Hose und weißem Hemd bekleidet. Sein Schwert ist gesenkt.
Diese Skulptur wurde von Stephan Balkenhol geschaffen und konnte durch eine große Sponsoring-Aktion des Freundeskreis Klever Museen als Geschenk der Klever Bürgerschaft aufgestellt werden. Unterstützt wurde dies durch die Kunststiftung NRW, die Moritz Event GmbH, die Stadt Kleve und private Paten.
>> Stephan Balkenhol - Neuer Eiserner Man, 2004 / MKK 2004-06-12
Abbildung: Übergabe der Skulptur Neuer Eiserner Mann am 18.06.2004 an die Stadt Kleve; v.l.n.r.: Drs. Guido de Werd, Heinz Roelofssen, Ulrike Sack, Bürgermeister Josef Joeken, Stephan Balkenhol / Foto: G. Evers
Einige Jahre später folgte die Übergabe einer großen Plakette am Fuß der Trophäensäule.
>> PresseSpiegel: Reliefplatte mit Sinnspruch... (Lokalkompass 08.04.2012)
2024 Restaurierung
Zum Zwanzigjährigen wurde die Skulptur gereinigt und restauriert und erstrahlt jetzt wieder in neuem, alten Glanz.
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